Synode diskutiert ausführlich das Bauvorhaben in Ravensburg

© Barbara Waldvogel

Bärbel Hartmann wurde wieder zur Bezirksrechnerin gewählt. Dekan Dr. Friedrich Langsam (rechts) und Kurt König, Vorsitzender des Bezirkssynode, gratulierten.

„Die große Zeit des Christentums liegt nicht hinter uns, sondern vor uns!“  Zur Eröffnung der Bezirkssynode zitierte Codekan Dr. Gottfried Claß im Bonhoeffer-Gemeindehaus den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, der sich in der „Zeit“ wie viele andere Persönlichkeiten zum Reformationsjubiläum geäußert hatte. Eine mutige und für die Delegierten der Herbsttagung vielleicht auch ermutigende Feststellung, denn sie mussten an diesem Abend Weichen für die Zukunft stellen: Der Ausgleichsstock des Oberkirchenrats hat dem Neubau eines „ Hauses der kirchlichen Dienste“ grundsätzlich zugestimmt. Um Geld zu sparen, musste die ausgewiesene Fläche in der vor einem Jahr vorgestellten Machbarkeitsstudie allerdings um 20 Prozent reduziert werden. Wie Gabi Deuß, Mitarbeiterin der Verwaltungszentrums, mitteilte, werden die Kosten für das Gebäude auf rund 4, 2 Millionen Euro geschätzt. Es soll auf der Grundlage des Erbbaurechts auf dem Gelände der Evangelischen Kirchengemeinde Ravensburg erstellt werden. Da die dezentrale Unterbringung der Bezirkseinrichtungen –  in  Weingarten Verwaltungszentrum und Kindergartenfachberatung, in Ravensburg Psychologische Beratungsstelle in der Markstraße, Diakonisches Werk in der Eisenbahnstraße, Evangelisches Bildungswerk in der Weststadt und das Büro des Schuldekans in der Weinbergstraße – durch die langen Wege Kontakte erschwert, Zeit kostet und zudem Synergieeffekte unmöglich macht, wurde die Idee eines gemeinsamen Hauses geboren. Als gutes Argument für den Bau kommt hinzu, dass die meisten Einrichtungen bislang nicht barrierefrei zu erreichen sind. Außerdem wird sogar mit einer Ausgabenersparnis gerechnet, wenn keine Mieten mehr anfallen.

Als einer der Kritiker des Projektes zweifelte Pfarrer Dietrich Oehring aus Isny den Sinn einer solchen Zentralsierung von Einrichtungen in einem Flächenbezirk an, der kein eindeutiges Zentrum habe. In der vom Vorsitzenden Kurt König geleiteten Diskussion bekräftigten sowohl Dekan Dr. Friedrich Langsam als auch Diakonie-Geschäftsführer Friedemann Manz, dass in dem geplanten Haus ja nur Dienststellen untergebracht werden, die ohnehin schon in Ravensburg und Weingarten ihren Sitz haben. Die Beratungsstellen in Friedrichshafen, Wangen und Isny seien nicht davon betroffen.

In der Diskussion ging es auch immer wieder darum, wie Kirche angesichts einer kleiner werdenden Pfarrerschaft auch in Zukunft in der Fläche präsent bleiben kann. Dazu brauche es vernetzte Strukturen und eine professionelle Begleitung der Verwaltung, erklärte Dekan Langsam. Um Pfarrer und Pfarrerinnen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, müssten sich dort Kirchenpflegen zu kleinen, kompetenten dezentralen Einheiten zusammenschließen.

Schließlich stimmte die Synode für den Neubau des geplanten Hauses und beauftragte den Kirchenbezirksausschuss mit der Wahl eines Architekten. Die Ergebnisse von Planung und Bezuschussung sollen der Synode baldmöglichst vorgestellt werden.

Bärbel Hartmann, die an diesem Abend zur Bezirksrechnerin auf weitere acht Jahre gewählt wurde, stellte dann die Jahresrechnung 2015 vor. Danach wurde ein Überschuss von rund 78 000 Euro erwirtschaftet. Er wird der Baurücklage zugeführt. Für das Jahr 2017 rechnet die Verwaltung mit einer Gesamtzuweisung von rund 6 522 000 Euro inklusive einer 3,7-prozentigen Sonderzuweisung. Das sind rund 225 000 Euro mehr als im Vorjahr. An die Kirchengemeinden mit ihren 60 080 Gemeindegliedern (641 weniger als im Vorjahr) gehen rund 6 050 000 Euro. Davon müssen pro Gemeindemitglied 23,65 Euro an den Kirchenbezirk überwiesen werden. Damit steigt diese Umlage im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent.

Für den Kirchenbezirk ist es immer erfreulich, wenn sich aus der Gemeinde jemand in den freiwilligen kirchlichen Dienst stellt. An Freitag konnte Codekan Claß  Michaela Hayen aus Friedrichshafen in den Prädikantendienst einsetzen. Die 41-jährige Kirchengemeinderätin und Mutter von vier Kindern wird in Zukunft Predigtdienst im Kirchenbezirk übernehmen.

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