Sondersynode berät Vorschläge zur Reduzierung von vier Pfarrstellen

Im Distrikt Allgäu mit den Kirchengemeinden Aitrach, Alttann, Bad Waldsee, Bad Wurzach, Isny, Kißlegg, Leutkirch und Wangen muss eine 100-Prozent-Pfarrstelle gestrichen werden. Die Pfarrplan-Soko  empfiehlt, die Pfarrstelle in Kisslegg und die Pfarrstelle Nord in Leutkirch um jeweils 50 Prozent zu kürzen. Alternativ wurde vorgeschlagen, dass die Pfarrstelle in Aitrach wegfällt, und die Kirchengemeinde von der Pfarrerschaft aus Leutkirch und Bad Wurzach mitversorgt wird. Pfarrer Jörg Scheerer aus Kißlegg gab zu bedenken, dass die Gemeinde mit über 1000 Mitgliedern nicht mit einem halben Dienstauftrag zu betreuen sei. Die Synodalen aus Aitrach wiederum führten unter anderem an, dass die Randlage im Bezirk für die Kirchengemeinde schwierig sei. Sie fürchteten  bei einem Wegfall der Pfarrstelle um das gerade wieder wachsende Gemeindeleben.

Da bei den Vorbereitungen für die Ausführung des Pfarrplans 2024 stets die Beteiligung aller Betroffenen angestrebt wurde, sollen die Allgäuer Gemeinden bei weiteren Treffen Vorschläge bis Januar 2018 erarbeiten. Dekan Friedrich Langsam forderte die Gremien auf, bei diesen Überlegungen auch mögliche Entlastungen für die Pfarrämter sowie neue Verwaltungs- und Trägerstrukturen für Kindergärten zu bedenken. Auf der Frühjahrssynode im März 2018 werden die Stellenstreichungen dann endgültig beschlossen.

Für das Schussental  sind folgende Kürzungen  (minus 125 Prozent) vorgesehen:

Wälde-Winterbach und Bavendorf bekommen zusammen eine 100 Prozentstelle. Das bedeutet ein  Minus in beiden Gemeinden um 50 Prozent.

Atzenweiler und Vogt werden mit 150 Prozent Pfarrstellen versorgt. Da das Jugendpfarramt wegfällt, konnte eine Reduzierung um 25 Prozent erreicht werden.

Die Gesamtkirchengemeinde Ravensburg muss ihre momentanen Stellen um 50 Prozent kürzen, um das Jugendpfarramt von Vogt, die bisher an Bavendorf übertragene Altenheimseelsorge und die Betreuung des Ortsteils Schmalegg übernehmen zu können.

Für die Seeregion sind folgende Kürzungen (minus 175 Prozent) geplant:

In der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen wird eine 100-Prozent-Stelle gekürzt.

Eriskirch und Langenargen bekommen zukünftig nur eine 100-Prozent-Stelle, bislang 150 Prozent. Außerdem werden mit Kressbronn Verbundgemeinden angestrebt und die Grenzen der Kirchengemeinden den kommunalen Grenzen von Tettnang angepasst.

Oberteuringen und Ailingen büßen 25 Prozent ein und haben zukünftig dann zusammen 150 Prozent Pfarrstellen.

Um diese Streichungen aufzufangen, werden in den Distrikten und im Kirchenbezirk flankierende Maßnahmen erwartet. Finanziert werden sollen diese durch die von der Landeskirche bis 2024 beschlossenen insgesamt 30 Millionen Euro. Auf entsprechende Zuweisungen hofft man auch im Ravensburger Bezirk.