Taufe

Ich wurde nicht gefragt / bei meiner geburt
und die mich gebar / wurde auch nicht gefragt
bei ihrer geburt / niemand wurde gefragt
außer dem Einen / und der sagte ja
Kurt Marti

 

Bedeutung

Ein neuer Mensch – klein und verwundbar: ein großer Einschnitt im Leben einer Familie. Den meisten Menschen kommt es wie ein Wunder vor, wenn sie ein Neugeborenes zum ersten Mal in den Armen halten.
Ein größerer oder großer Mensch, der seinen Lebensweg von nun an in Gottes Namen gehen möchte: das Wunder eines neuen Lebens mitten im seitherigen Leben.
Mit der Taufe bringen wir zum Ausdruck: wir verstehen dieses neue Leben als als Geschenk Gottes und wollen unseren Weg in seinem Namen gehen.
Wir werden auf Gottes Namen getauft. Das bedeutet: Gottes Liebe gilt uns von Beginn unseres Lebens an, egal, wie gesund, wie begabt, wie glücklich wir sein werden. In der Konfirmation kann der Täufling später als Jugendlicher selbst sein Ja zum Glauben an diesen Gott sprechen.

 

Wasserzeichen Taufe

Bei der Taufe schöpfen wir drei Mal Wasser über den Kopf des Kindes und sprechen dabei den Namen des dreieinigen Gottes aus.
Wasser ist ein Urelement des Lebens: es erfrischt und löscht Durst, gibt Kraft und reinigt. Das Wasser ist aber auch ein Zeichen dafür, dass unser Leben von der Geburt an bedroht und gefährdet ist. Wasser kann zerstören und wir können im Wasser ertrinken. Im Wasser der Taufe wird der Täufling mit dem Sterben und der Auferstehung Jesu Christi verbunden.
Wie das Wasserzeichen auf einem Briefbogen begleitet die Taufe unser Leben: sie scheint durch und bleibt, egal, welche Zeilen das Leben auf dem Papier schreibt. Die Taufe ist Gottes Zeichen.
Gott sagt in der Taufe: Ich habe Dich geschaffen, du bist mein geliebtes Kind. Ich bin mit Dir, alle Tage.

 

Taufkerze

Während der Taufhandlung wird die Taufkerze entzündet.
Licht ist neben dem Wasser das zweite wichtige Zeichen der Taufe.
Es erinnert uns daran, dass Jesus von sich selbst gesagt hat: ich bin das Licht der Welt.

 

Taufgespräch

Mit der Taufe wird ein Mensch in die christliche Gemeinschaft aufgenommen.
Deshalb taufen wir im Gemeindegottesdienst.
Bei einem Taufgespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin wird der Gottesdienst vorbesprochen. Hier können Sie alle wichtigen Fragen besprechen. Schon vor dem Gespräch können Sie sich Gedanken darüber machen, welcher Taufspruch Ihr Kind auf seinem Weg begleiten soll.
Wenden Sie sich doch für die Absprache des Taufsonntags und des Gesprächs an das evangelische Pfarramt in ihrem Wohnort.
Als Unterlagen benötigen sie ihr Familienstammbuch, die Geburtsurkunde des Kindes und für die Paten eine Bescheinigung des Pfarramts am Wohnort über die Berechtigung zum Patenamt.

 

Paten

Das Patenamt stammt aus einer Zeit, in der Christen als kleine Gemeinschaft gegenüber einer erdrückenden Überzahl von Heiden lebten. Wurde ein Mensch getauft, stellte die Gemeinde ihm einen erfahrenen Christen zur Seite, der ihn auf seinem Weg in den Glauben und in die Gemeinde unterstützte.
Pate und Patin kann heute werden, wer getauft und konfirmiert ist, bzw. einer christlichen Kirche angehört. Normalerweise werden zwei Paten benannt. Einer der Paten sollte evangelisch sein.

 

Taufversprechen

Eltern und Paten bezeugen bei der Taufe stellvertretend für den Täufling ihr Ja zum christlichen Glauben. Sie versprechen, den Kindern von ihrem Glauben zu erzählen, und sie an ihrer eigenen Suche nach Gott teilhaben zu lassen. Sie versuchen, Schritte des Glaubens mit ihrem Patenkind zu gehen. So gut sie können, tragen sie dazu bei, dass das Kind sich später über seine Taufe freuen kann.
Die Kirchengemeinden unterstützen Eltern und Paten bei dieser Aufgabe durch ihre Angebote für Kinder und Familien.

 

Weitere Links zum Thema

www.klosterkirche.de

www.taufsprüche.de

www.vertrauen-von-anfang-an.de