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Gedanken zu Ostern

Dieses Geschehen sprengt den Horizont der Weltgeschichte. Ostern öffnet den Blick für Gottes Macht und Wirklichkeit. Jesu Auferstehung ist Anfang einer neuen Schöpfung, in die auch wir hinein verwandelt werden sollen. Dafür aber muss der lähmende Nebel des Karfreitags gelichtet werden. Die Frohbotschaft gilt allen.
In England erzählt man sich, wie damals die Nachricht vom Sieg bei Waterloo durchgegeben wurde. Von einem langsam segelnden Schiff aus wurde die Kunde vom Sieg an die Südküste Englands gebracht und dann von Signalflaggen abgenommen und durchs Land nach London weitergegeben. Als die Nachricht Winchester erreichte, begann der Mann auf der Kathedrale und signalisierte: „Wellington besiegt...“ – und ausgerechnet in diesem Augenblick wallte der Nebel so dick, dass die Fortsetzung des Signals für die Leute unsichtbar blieb. Und so ging eine unvollständige Nachricht nach London. Tausende waren von der vermeintlichen Niederlage tief betroffen. Nach einer Weile aber lichtete sich der Nebel, und der Mann auf der Kathedrale machte weiter, denn seine Botschaft hieß: „Wellington besiegt den Feind!“ Jetzt brach großer Jubel aus. Zuvor hatten die Leute die Nachricht nur unvollständig aufgenommen – und die Hälfte war ganzer Betrug!
Jesus Christus besiegt den Feind, den schrecklichen Tod. Der Nebel des Karfreitags hat sich am Ostermorgen gelichtet.  „Jesus lebt, mit ihm auch ich.“ (EG 115). Dies gilt seit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Deshalb darf uns nichts und niemand diese Botschaft vernebeln. Halten wir uns an den, der lebt und der der Erste und der Letzte und der Lebendige ist, Jesus Christus.

Dekan Dr. Friedrich Langsam

Kamerunsonntag in Wälde-Winterbach

Der Kamerunsonntag des Evangelischen Kirchenbezirks Ravensburg wird jährlich anlässlich der Partnerschaft mit dem Kirchenbezirk Fako South  gefeiert. Er stand dieses Mal ganz im Zeichen des 200-jährigen Bestehens der Basler Mission. Jürgen Quack, Kirchenrat i. R. und von 1978 an mehrere Jahre für die Basler Mission in Nigeria tätig,  ging in seiner Predigt in der Evangelischen Kirche von Wälde-Winterbach vor allem auf die bedrückende Situation im Norden des afrikanischen Landes ein. Bläser und Trommler spielten unter der Leitung von Roswitha Scheck. Außerdem halfen Mitglieder des Kamerunausschusses und viele fleißige Hände der Kirchengemeinde bei der Gestaltung des Gottesdienstes mit und sorgten für ein feines, afrikanisches Mittagessen.
Quack  erinnerte im gut besuchten Gottesdienst an das Wüten der Terrororganisation Boko Haram, das im Norden Nigerias schon unzählige Vertriebene und zahlreiche Tote gefordert hat.  Stellvertretend für die im vergangenen Jahr entführten 200 Schülerinnen verlas er die Namen von fünf Mädchen, die ebenfalls vermisst werden und deren Eltern Quack persönlich kennt. Teilweise hatte er sie und ihre Kinder während seines Wirkens als Lehrer und Pfarrer in dem afrikanischen Land getauft. Inzwischen unterhält das Werk dort keine ständige Mission mehr, weil es zu gefährlich ist. Aber sie unterstützt die Flüchtlinge, indem sie zum Beispiel Geld sammelt, damit die Vertriebenen wieder Land zum Siedeln kaufen können. Und dieses Geld bekommen Muslime genauso wie Christen, damit Hass und Neid vermieden wird. Quack sieht ohnehin nur im Zusammenwirken von Christen und Muslimen eine Chance für eine friedliche Zukunft in Nigeria.
Beim Kirchenkaffee im Gemeindesaal berichtete Quack über das 200-jährige Wirken der Basler Mission -  von den ersten Anfängen im Jahr 1816, als die Missionsanstalt errichtet wurde, um zunächst einmal Missionare auszubilden, bis zu den Gründungen erster Niederlassungen. 1828 war es in Ghana soweit, 1834 in Indien, 1846 in China, 1886 in Kamerun, 1911 in Togo, 1952in Indonesien und Malaysia, 1959 in Sudan und Nigeria und 1974 in Lateinamerika. Wichtig waren dabei laut Quack die Verkündigung des Evangeliums, aber auch ein gutes Auskommen mit der Bevölkerung und vor allem deren Bereitschaft zur Mitarbeit. Dazu musste aber vor allem die Sprache erlernt werden. So nimmt es nicht wunder, dass viele Missionare durch ihre Aufschriebe wertvolle Dokumente für die Sprachforschung hinterließen. Vor allem in Indien genießt ihre Arbeit bis heute große Anerkennung.
Nach den Weltkriegen, die auch die Basler Mission beutelte und auch für Spannungen zwischen Deutschen und Schweizern sorgte, läuft heute die Zusammenarbeit wieder rund. Quack fasste seinen Rückblick auf 200 Jahre Basler Mission unter dem Motto zusammen: „Wir hatten unverschämt viel Hoffnung – zum Beispiel auf eine selbstständige einheimische Kirche in den Missionsgebieten. Das hat sich erfüllt. Und Hoffnung auf die Ökumene heute. Ihre Kamerunpartnerschaft gibt ein erfreuliches Beispiel für eine gute Zusammenarbeit.“ Mit dem Opfer des Gottesdienstes wird der Bau einer Grundschule in Tiko/Kamerun unterstützt.

Info: „Unterwegs zu den Anderen. 200 Jahre Basler Mission und Württemberg“. Diese Ausstellung wird vom 26. April bis 28. Juni im Foyer des Diakonie-Klinikums Stuttgart gezeigt.

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