Alle haben profitiert

 „Dieser Ausnahmezustand tut aber allen Beteiligten gut“, meint die junge Pfarrerin. Zum einen den Besuchern, zum anderen aber auch der Kirchengemeinde, deren Mitglieder sich zusammen mit vielen weiteren Ehrenamtlichen  außerordentlich stark engagieren können und wollen. Und es kommt immer wieder zu zufälligen Begegnungen, die zu berührenden Gesprächen und auch weitergehenden Kontakten führen. Dass die Gäste das Ende der Vesperkirche bedauern, ist keine Frage, und so mangelt es nicht an Dank und Lob. „Hier wird man empfangen wie ein Fürst. Das ist besser als im Altdorfer Hof“, sagte ein Besucher und das zeigt die hohe Wertschätzung für die Arbeit, die seit dem Start am 27. Januar geleistet wurde.

Auch die Bilanz, die Mitorganisator Ludger  Baum von den Zieglerschen vorlegt,  kann sich sehen lassen. Allein was die finanzielle Seite betrifft:  Die kalkulierten Kosten von 50 000 Euro sind gedeckt durch 36 000 Euro Direktspenden, 10 000 Euro, gestiftet von den Tagesgästen und 4000 Euro Kollekteneinnahmen bei den fünf Abendveranstaltungen, die insgesamt 1200 Besucher anlockten. An 17 Tagen wurden 9000 Essen ausgegeben. Die Menge steigerte sich von 300 am ersten Tag bis zu 640. Dazu  wurden täglich zwischen 90 und 100 Liter Kaffee ausgeschenkt. Wie viele Stücke Kuchen ausgegeben wurden, ist schwer zu ermitteln, aber es gab jeden Tag reichlich – dank der fleißigen ehrenamtlichen Bäckerinnen. Die Zahl der Freiwilligen nahm noch während der Vesperkirchenzeit von 250  auf knapp 300 zu. Die medizinische Hilfe von Dr. Werner Heffungs wurde häufiger nachgefragt als im letzten Jahr,  und die beiden ehrenamtlichen Friseurinnen machten  45  Haarschnitte.

„Die spürbare Wärme, die in dieser kalten Witterung von der Vesperkirche ausging,  wird auch darüber hinaus ausstrahlen“, ist Dekan Dr. Friedrich Langsam überzeugt. Er freut sich über die tolle Bilanz, die nur durch vielfältigen und überwältigenden Einsatz möglich war. „Diese Erfahrungen machen Mut  für eine Fortsetzung im nächsten Jahr“, sagt er. Auch wenn der Ort noch nicht feststehe, bleibt das Ziel klar: ein Zeichen setzen für Menschlichkeit