Auch Kinder backen für die Vesperkirche.

Trotz  der großen Nachfrage gibt es keine Hektik und kein allzu langes Schlangestehen in der Vesperkirche. „Ich finde es hier in diesem Jahr sogar gemütlicher und beschaulicher als im Vorjahr“, sagt die 26-jährige FH-Studentin Lena, die vor allem die vegetarische Kost lobt. Ihre Beobachtung deckt sich mit denen von Gerd Gunßer, dem Leiter der Diakonischen Bezirksstelle und Mitorganisator der sozialen Initiative. „Die Gäste kennen inzwischen die Besucherströme und orientieren sich danach“, sagt er. Wer es einrichten kann, kommt rücksichtsvollerweise schon zum Essen und Kaffeetrinken, bevor die Berufstätigen, Studenten und Schüler Mittagspause haben. So gibt es einen ganz natürlichen Schichtwechsel im Kirchenschiff, und das Gedränge hält sich in Grenzen.

Allerdings darf es ja auch ein bisschen eng zugehen. So kommen die unterschiedlichsten Menschen miteinander ins Gespräch. Dass sich hier die Bevölkerung über alle sozialen Grenzen hinweg trifft, das gefällt Ludger Baum von den Zieglerschen als Mitveranstalter besonders gut. Tatsächlich bewegt die Vesperkirche auch die ganze Stadt. Allein 270 Ehrenamtliche meldeten sich zur Mitarbeit, und so haben die Organisatoren auch noch stille Reserven, wenn einmal ein Aktiver wegen Krankheit ausfällt. Dann gibt es jeden Tag auch willkommene Überraschungen: Vier junge Informatiker, die ihr Büro in der Nachbarschaft haben und auch zum Mittagessen in die Vesperkirche kommen, meldeten sich spontan für einen mittäglichen Arbeitseinsatz, und die Kinder vom „Hort an der Promenade“ brachten strahlend zwei große Körbe mit Muffins, die sie für die Vesperkirche gebacken hatten. Stets hilfreich zur Stelle ist auch der Bauhof – zum Beispiel wenn der Frost den Toilettenwagen lahm legt.