Aktuelles aus unserem Kirchenbezirk

Gottesdienste auf Regio-TV aus Ihrer Region

Es werden zwei Gottesdienste aus Friedrichshafen auf Regio TV-Bodensee ausgestrahlt

  • am Karfreitag ein evangelischer Gottesdienst aus der Schlosskirche mit katholischer Beteiligung (Pfarrerin Rebekka Scheck / Dekan Bernd Herbinger) – Beginn: 9.30 Uhr

  • am Ostersonntag ein katholischer Gottesdienst aus St. Petrus Canisius mit evangelischer Beteiligung (Dekan Bernd Herbinger / Codekan Dr. Gottfried Claß) Beginn: 9.30 Uhr.

Johannes Schüz - neuer Pfarrer in Ravensburg Eschach

Foto: B.Waldvogel

Als Nachfolger von Pfarrer Brückner hat am 1. April der 36-jährige Pfarrer Johannes Schüz seinen Dienst in der evang. Kirchengemeinde Ravensburg-Eschach angetreten. Dekan Dr. Friedrich Langsam hat in Anwesenheit von Walter Mohr, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats Ravensburg-Eschach, Johannes Schüz inzwischen amtsverpflichtet. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die im Gottesdienst für Palmsonntag vorgesehene feierliche Investitur auf Unbekannt verschoben.

Pfarrer Schüz ist verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern. Der Theologe leistete seinen unständigen Dienst im Kirchenbezirk Biberach. Zunächst war er in Mengen, dann in der Gesamtkirchengemeinde Biberach tätig. Sein Vikariat absolvierte er in der Kirchengemeinde Wangen im Allgäu, seine Frau ihr Lehramtsreferendariat in Ravensburg. Sein Stellenantritt in Eschach bedeutet für beide eine Rückkehr in eine vertraute Gegend.

Nach den vielen Orts- und Aufgabenwechseln freut sich Schüz jetzt auf diese feste Stelle. Besonders reizvoll an der neuen Aufgabe ist für ihn erklärtermaßen der Schwerpunkt: Familienarbeit.

Pfarrer Kastlers Abschied: Aus der Höll an die Waterkant

© bawa

© bawa

Kirchenpflegerin Ulrike Ulmer überreichte dem scheidenden Pfarrer Kastler einen Südwester.

Warum es den von der Heidenheimer Alb stammenden Schwaben in den hohen Norden verschlägt, fragte sich so manche Besucher des Abschiedsgottesdienstes. Kastler selbst erklärte es mit der Neugier auf Neues. „Interessant sei es doch, dort hinzugehen, wo man vorher noch nie war.“ Sein Beruf hatte ihn jedenfalls immer mehr in Richtung Süden geführt: von Grafenberg im Landkreis Reutlingen, über Hermaringen im Landkreis Heidenheim bis Alttann im Herzen Oberschwabens.

Doch trotz allem Interesse an Neuem war schon ein bisschen Wehmut zu verspüren an diesem Sonntagmorgen in der festlich geschmückten und voll besetzten Kirche. In seiner letzten Predigt blickte er noch einmal zurück auf sein Berufsleben, das ursprünglich anders verlaufen sollte. Denn vom 14. Lebensjahr an stand für Kastler fest, dass er Arzt wollte. Doch er war kein Einser-Abiturient, und so arbeitete er zwei Jahre lang als Lagerarbeiter, um dann doch noch einen Studienplatz zu bekommen. Doch die Wartefrist betrug mindestens sechs Jahre. Die Ungewissheit, ob es tatsächlich klappen würde, ließ ihn dann nach Alternativen Ausschau halten. Und da kam ein junger dynamische, neupietistischer Pfarrer in die Gemeinde, der ihn begeisterte. Die Lektüre von Martin Luthers Schriften, etwa über die Freiheit eines Christenmenschen, war dann der Auslöser für das Studium der Theologie. Dort reifte in ihm die Erkenntnis, dass erst der Glaube an Gott und das Evangelium frei machen können. Diese Entdeckung empfand er wie einen neu entdeckten Schatz. So wählte Kastler bei seiner ersten Predigt vor 37 Jahren das Gleichnis vom Schatz im Acker (Matth. 13. 44-46) aus – und bei seiner letzten in der Höll jetzt wieder.

Dekan Dr. Friedrich Langsam dankte Pfarrer Kastler für sein Wirken in der Gemeinde, wodurch vieles gewachsen sei. Vor allem aber habe der Theologe immer betont, der Gottesdienst sei der Mittelpunkt. Und Kastler versicherte in seiner Abschiedsrede: „Wenn die Mitte stark ist, dann funktioniert auch die Peripherie.“

Nach dem Gottesdienst, mitgestaltet von Organistin Natalia Prokopenko, dem Kirchenchor unter Leitung von Susanne Wragge und dem Instrumentalduo Andreas Baum/Thomas Scholz, verabschiedeten sich die verschiedenen Gruppen und Kreise von ihrem Pfarrer. Deutlich wurde dabei dessen Engagement in der Kinderkirche, in der Ökumene und in der Flüchtlingsarbeit. Auch seine Qualitäten als Prediger und sogar als Entertainer beim Mitarbeiterdankabend wurden gebührend herausgestrichen.

Natürlich gab es auch viele, auf Wunsch des Pfarrers vor allem kleine Geschenke. Ein Südwester etwa, um den Stürmen an der Küste zu trotzen, oder Skatkarten für eine neue, noch zu findende Skatrunde. Beatrix Zürn, Pastoralreferentin, betete schließlich das Vaterunser auf Platt – als Vorgeschmack auf die neue Heimat: Uns Vader, de du büst in Himmel, geheiligt was din Naam. Din Königriek sall kommen. din Will sall pesseren, in Himmel als ook up Eer.