Späte Ehre für die Glasmalerei Ludwig Mittermaiers

Dekan Dr. Friedrich Langsam, Professor Dr. Claus Wolf, Johann Mittermaier und August Schuler bei der Buchübergabe.

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Dekan Dr. Friedrich Langsam, Professor Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, Johann Mittermaier und Stadtrat und CDU-Landtagsabgeordnete August Schuler (von links).

Dunja Kielmann signiert die Dokumentation

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Dunja Kielmann signiert das vorgestellte Arbeitsheft 37 mit dem Titel „gemalt und ins glas geschmolzen“.

Susan Seyfert vom Landesdenkmalamt im Gespräch mit Johann Mittermaier (links) und Hermann Müller, Stadtarchivar und Theologe aus Lauingen.

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Susan Seyfert vom Landesamt für Denkmalpflege im Gespräch mit Johann Mittermaier und Stadtarchivar und Theologe Hermann Müller aus Lauingen (rechts).

„Ein feste Burg ist unser Gott“ – symbolkräftig schlug Andreas Praefcke zum Auftakt des Abends  am Klavier  das Lied von Martin Luther an, und Dekan Friedrich Langsam zitierte Goethes „Faust“: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Was man nicht nützt, ist eine schwere Last.“ Er machte damit deutlich, dass erst durch die professionelle Untersuchung klar wurde, welch wertvoller Schatz aus dem 19. Jahrhundert zu einem Teil die Südseite der Stadtkirche mit den Bildnissen der  Reformatoren ziert, zu einem anderen Teil aber rund 50 Jahre in Holzkisten im Keller geschlummert hatte. Dort waren die neugotischen Glasfenster von Chor, West- und Nordfassade nach der Kirchensanierung in den 1960er-Jahren nicht gerade fachgerecht eingelagert worden. Dank des Forschungsprojekts des Denkmalamtes, angestoßen durch die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum und finanziert vom Ministerium für Kultur und Medien der Bundesregierung und vom Land Baden-Württemberg, kann die Gemeinde ihr Mittermaier-Erbe als Ausdruck protestantischen Selbstverständnisses neu wahrnehmen. Ein schönes Beispiel für die gewachsene Wertschätzung: Durch einen großherzigen Erblasser ist sie jetzt in der Lage, den für die Sanierung der Reformatorenfenster von 1862 nötigen finanziellen Anteil zu den Mitteln von Bund und Land beizusteuern. Hermann Kastropp hat in seinem Testament die Kirchengemeinde entsprechend bedacht.

Der Stadtrat und CDU-Landtagsabgeordnete August Schuler berichtete in seinem Grußwort, er habe bereits als Schüler bewundernd vor den Glasfenstern gestanden. Leider konnte man nun am Abend des Festaktes die Ausdrucks- und Strahlkraft der Glasbilder nicht würdigen. Das geht nur bei Tageslicht. Aber Diplom-Restauratorin Dunja Kielmann schilderte in ihrem Vortrag mit zahlreichen anschaulichen Bildern, was da über zwei Jahre hinweg geleistet worden war: sorgfältige Sichtung, Katalogisierung, Sicherung, Dokumentation, schließlich musterhafte Sanierung des Brenz-Fensters – und das alles noch flankiert von einer Ausstellung und einem Kolloquium.

Mittermaier hatte damals den Auftrag angenommen, „… mit dem Versprechen, gewiß etwas tüchtiges zu liefern“. Mit diesem Zitat hatte auch Dunja Kielmann ihren Vortrag überschrieben, und wer ihr nun zuhörte und die Publikation mit den zahlreichen Fotos der Glasbilder und der Entwurfskartons sowie den wissenschaftlichen Ausführungen und begleitenden Aufsätze in Augenschein nahm, dem wurde klar: Auch dieses Team hat „etwas Tüchtiges“ geliefert. Ein Lohn der Arbeit steht bereits fest: Beim Landesamt für Denkmalpflege wurde durch die Erfahrungen in der Ravensburger Stadtkirche erstmals eine unbefristete Stelle für Glasmalerei-Restaurierung geschaffen. Und Dunja Kielmann wird sie bekleiden.

Dass die Glasmalerei in der Vergangenheit vom Landesdenkmalamt nicht immer die gebührende Wertschätzung erfahren hatte, räumte Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, selbstkritisch ein. Gleichzeitig bedankte er sich neben den vielen an dem interdisziplinären Projekt beteiligten Restauratoren, Historikern, Kunsthistorikern, Theologen und Naturwissenschaftlern vor allem auch bei der Familie Mittermaier. Sie hat das Erbe in Lauingen immer sorgfältig bewahrt, zeigte sich stets kooperativ und ist nun vor allem dankbar, dass das Werk ihres Vorfahren so umfassend gewürdigt wird.  

Dunja Kielmann, Susann Seyfert, Otto Wölbert: „gemalt und ins glas geschmolzen“. Bericht zur Erforschung der Glasmalerei von Ludwig Mittermaier. 288 Seiten. Paperback. 350 farbige Abbildungen. ISBN 978-3-7995-1304-3. 30 Euro. Thorbecke

Täglich eine halbe Tonne Essen ausgegeben

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Die elfte Vesperkirche im Schussental hat am Sonntag, 17. Februar 2019, ihre Tore geschlossen. Wie auch in den vergangenen Jahre konnte in der Evangelischen Stadtkirche Ravensburg die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden. Knapp 13 000 Gäste kamen insgesamt der Einladung zur Begegnung beim gemeinsamen Essen nach. Außerdem wurde von den Angeboten wie ärztliche Sprechstunde, Frisörbesuch und Kultur am Abend eifrig Gebrauch gemacht. Mehr über die Veranstaltung des Diakonischen Werks Ravensburg, der Zieglerschen und der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ravensburg im Abschlussbericht der Schwäbischen Zeitung.