Kandidierende für die Synodalwahl stellen sich in Ravensburg vor

© M.Schöberl

Jutta Henrich, Bibliothekarin in Laupheim, wies auf die weichenstellende Bedeutung der Landessynode hin, die sowohl finanziell als auch in allen Bereichen der Kirchengesetze Einfluss auch auf das kirchliche Leben in Oberschwaben haben.
Dekan Helger Koepff aus Biberach, wie Henrich Kandidat des Gesprächskreises „Offenen Kirche“ (OK), bekräftigte, Oberschwaben brauche eine starke Stimme in Stuttgart. Ihm liege die weltweite Ökumene am Herzen, aber auch die finanzielle Unterstützung der Notfallseelsorge.
Edeltraut Stetter, der gelernten Krankenschwester, geht es vor allem um die Konfirmanden- und Jugendarbeit, sowie um die Weitergabe des Glaubens in der Familie. Zusammen mit Heiko Bräuning, Medienpfarrer bei Radio 7 und Bibel-TV sowie Diakoniemanager und Pfarrer bei den Zieglerschen in Wilhelmsdorf, kandidiert Stetter für den Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ (LG). Bräuning betonte die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für die Vermittlung des christlichen Glaubens heute.
Philipp Jägle, Pfarrer in Ravensburg und Bezirksjugendpfarrer, kandidiert mit dem Ersten Bürgermeister Simon Blümcke, der an diesem Abend verhindert war, für den Gesprächskreis „Evangelium und Kirche“ (EuK). Für Jägle steht Kirche für Heimat und Freiheit, die gestaltet werden müssen. Sein Gesprächskreis, „Evangelium und Kirche“ sei ein bisschen fromm, ein bisschen liberal und ziemlich unaufgeregt.
Anja Faißt, Sozialarbeiterin in Friedrichshafen, Kandidatin von „Kirche für morgen“, war an dem Abend ebenfalls verhindert. Der Gesprächskreis „Kirche für morgen“ setzt sich für innovative Projekte in der Landeskirche ein und orientiert sich dabei an den „Fresh Expressions of Church“ – innovativen Gemeindeaufbrüchen aus Großbritannien.
Zum Thema „Zukunft der Kirche“ vertraten die Kandidierenden folgende Standpunkte:
Für Stetter (LG) liegt die Zukunft der Kirche in Gottes Hand. Bräuning (LG) will ein Ende der Kirchensteuer und des Beamtentums, um Gemeindeglieder zu spendenbasierter Arbeit und Innovation zu bewegen.
Koepff (OK) sieht 2050 Christenmenschen als wichtigen Teil einer freiheitlichen Demokratie. Henrich (OK) geht davon aus, dass sich Kirche auch 2050 noch unter dem Wort versammelt, auch wenn die Umstände anders sein würden.
Jägle, Evangelium und Kirche, will Strukturen mit Leben füllen und Theologie übersetzen. Er ist dafür, Dinge klar zu benennen und dann auch anzugehen.
Martin Schöberl, Vorsitzender des Vertrauensausschusses, dem Wahlaufsichtsgremium des Wahlbezirks, dankte der Moderatorin, den Synodalkandidierenden und dem Auditorium für den ebenso kontroversen wie konstruktiven und informativen Abend.

Die neue Klinikseelsorgerin in Ravensburg: Sybille Silber

Die 58-jährige Pfarrerin Silber ist aufgewachsen in Stuttgart-Plieningen, Bad Hersfeld und Nagold, wo sie sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagierte. Nach dem Abitur studierte sie evangelische Theologie in Tübingen und Erlangen. Nach Vikariatsstationen in Oberlenningen (Kirchenbezirk Kirchheim-Teck) und Metzingen (Kirchenbezirk Bad Urach) war ihre erste ständige Stelle 1995 in Stuttgart Hedelfingen. Dort erwarb sie sich die Zusatzqualifikation in Systemischer Beratung und Therapie. 2007 übernahm sie eine Gemeindepfarrstelle in Gäufelden-Tailfingen, die mit 50 Prozent Krankenhausseelsorge im Krankenhaus Herrenberg verbunden war. „Im Herrenberger Krankenhaus konnte ich in guter ökumenischer Zusammenarbeit unter anderem den Aufbau der Palliativstation mitgestalten. Die Begleitung von Patienten mit unheilbaren, das Leben verkürzenden Krankheiten und deren Angehörigen ist ein Schwerpunkt meiner seelsorgerlichen Aufgaben im Krankenhaus“, erklärt die Theologin.

Nach zwölf Jahren im geteilten Pfarrdienst von Krankenhaus und Gemeinde verlässt Sybille Silber den Kirchenbezirk Herrenberg. Auch wenn ein Abschied immer schwerfällt, so blickt sie voller Vorfreude auf die Herausforderungen in Ravensburg. „Als Klinikpfarrerin in der OSK beginnt für mich ein neuer Abschnitt, auf den ich mich freue. Zum einen darf ich mich auf die Klinikseelsorge konzentrieren, bin aber durch einen kleinen Predigtauftrag und Sitz im Kirchengemeinderat der Johanneskirchengemeinde in der Ravensburger Weststadt in einer Kirchengemeinde verortet.“