Herbstsynode 2018 – Bezirksumlage steigt um sechs Prozent

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Der neu gewählte Bezirksrechner Waldemar Schulz (rechts) mit Vorgängerin Bärbel Hartmann und Dekan Dr. Friedrich Langsam.

Bärbel Hartmann, die  im September 2017 als Leiterin der Verwaltungsstelle ausgeschieden und in den Kirchenbezirk Göppingen gewechselt war, hatte bis zur Neubesetzung ein Jahr lang beide Posten kommissarisch weitergeführt. Sie konnte bei der Sitzung nun endgültig den Stab an den 39-jährigen Kirchenverwaltungsamtsrat Schulz übergeben. Dekan Langsam dankte der Verwaltungsfachfrau für ihre Kompetenz und ihre aufgeschlossene und zugewandte Art. Mit vielen guten heimischen Produkten der Kirchengemeinden und langem Beifall wurde Bärbel Hartmann dann endgültig verabschiedet.
Ebenfalls Beifall gab es für Nachfolger Schulz. Er war 1989 mit seinen Eltern und drei Geschwistern aus Kasachstan nach Münsingen übergesiedelt. Nach Bundeswehr und Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg ging er als Diplomverwaltungswirt 2010 zunächst in die kirchliche Verwaltungsstelle Reutlingen, dann für zweieinhalb Jahre nach Jerusalem als Verwaltungsleiter der EDK. 2015 übernahm der die Kirchenpflege Backnang, zu der weitere zehn Gemeinden gehören.
Bei der Herbstsitzung gab er einen ersten Ausblick auf den Haushalt 2019. Danach steigen die Kirchensteuerzuweisungen an ordentlichen Mitteln im nächsten Jahr an den Kirchenbezirk um 4,43 Prozent auf 6 775 261 Euro. Hinzu kommt eine einmalige Sonderzuweisung von rund 210 000 Euro. Vorgesehen ist, dass an die  24 Kirchengemeinden 6 446 200 zugewiesen werden. Die Bezirksumlage – mit diesem Geld werden Bezirkseinrichtungen wie Diakonisches Werk mit rund 800 000 Euro oder  Jugendwerk mit rund 350 000 Euro  finanziert – steigt 2019 um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 26,83 Euro je Gemeindemitglied (Vorjahr 25,31 Euro). Bei 58 885 Gemeindemitgliedern sind das insgesamt 1 579 900 Euro (Vorjahr 1 509 500 Euro). Damit will Schulz einen ausgeglichenen Bezirkshaushalt erreichen.
Schuldekan Frank Eberhardt präsentierte in seinem Bericht einen Überblick über die Situation des evangelischen Religionsunterrichts im Kirchenbezirk Ravensburg. Danach gab es 41 654 Schüler im Schuljahr 2017/18  (ausgenommen Berufsschulen). Davon war knapp ein Fünftel evangelisch. Als auffallend merkte Eberhardt an, dass an den Primarschulen durchschnittlich 17,7  Prozent evangelisch waren, an Gymnasien der Anteil evangelischer Schüler mit 22,1 Prozent aber deutlich höher lag. An fast allen Schulen, an denen es genügend evangelische Schüler und Schülerinnen gab (stabil mindestens acht), konnte auch evangelischer Religionsunterricht erteilt werden. Allerdings werde die Kirche durch die demografische Entwicklung ihrer Pfarrerschaft in Zukunft vor großen Herausforderungen stehen, so Eberhardt. Von den 38 Pfarrerinnen und Pfarrern, die Religionsunterricht erteilen, sind oder werden mit diesem Schuljahr 55 Jahre und älter. Bei den kirchlich angestellten Religionspädagogen sieht es laut Eberhardt nicht anders aus. Um bei deren Ausscheiden große Lücken zu vermeiden, sollen vermehrt Lehrkräfte durch Vokationskurse für den Religionsunterreicht befähigt werden.
Pfarrer Wolfgang Bertl stellte Überlegungen für Veränderungen in der Verwaltungsstruktur der Kirchengemeinden vor. Zur Entlastung der Pfarrerinnen und Pfarrer sollen dank der Sonderzuweisungen der Landeskirche neben dem Verwaltungszentrum zwei neue Unterzentren mit den Schwerpunkten Personalfragen und Kindergärten sowie Baumaßnahmen geschaffen werden. Das ist aber noch Zukunftsmusik, während der Bau des Hauses der kirchlichen Dienste in Ravensburg jetzt voranschreiten dürfte. Die Baugenehmigung ist erteilt.